Schätzungen zufolge unterhalten die Vereinigten Staaten von Amerika zwischen rund 750 und etwa 877 militärische Einrichtungen außerhalb ihres eigenen Territoriums, verteilt auf ungefähr 80 bis 95 Länder. Darunter befinden sich gigantische Stützpunkte ebenso wie unscheinbare Vorposten, die harmlos als „Installationen“ oder „forward operating sites“ etikettiert werden.
In Wahrheit bildet dieses Netzwerk ein global gespanntes Machtgitter, das nichts mit Verteidigung zu tun hat, sondern mit Zugriff, Kontrolle und Verwertung. Wer ein solches Netz betreibt, ist kein Verbündeter, sondern ein Imperium. Ein Imperium, das sich nimmt, was es braucht, wann immer es es braucht. Länder werden nicht besucht, sie werden benutzt.
Konflikte entstehen nicht zufällig, sie werden erzeugt, eskaliert und anschließend als notwendige „Stabilisierungs- oder demokratisierungsmissionen“ verkauft. Stabilisiert wird dabei nicht der Frieden, sondern der Zugang zu Ressourcen, Handelswegen, politischen Abhängigkeiten und geostrategischer Dominanz.
Unter dem permanent beschworenen Vorwand eines sogenannten „Krieges gegen den Terror“ hat sich dieses Imperium zusätzlich die faktische Selbstermächtigung verschafft, jedes Land der Welt beliebig anzugreifen. Grenzen gelten nur noch für andere. Souveränität wird zur höflichen Illusion. Staatsoberhäupter können entführt, gestürzt oder gezielt ermordet werden, wenn sie den strategischen Interessen im Weg stehen.
Was früher als Angriffskrieg gegolten hätte, wird heute als präventive Selbstverteidigung umetikettiert. Recht wird dabei nicht verletzt, sondern umgeschrieben. Gewalt wird nicht geleugnet, sondern bürokratisiert. Der Terror fungiert dabei nicht als Feind, sondern als Dauerlizenz. Solange er beschworen wird, lassen sich Drohnen starten, Regierungen zerstören und ganze Regionen in Schutt und Asche legen, während man sich selbst als Weltpolizei inszeniert. Kriege sind in diesem System kein Betriebsunfall, sondern ein notwendiges Werkzeug. Gespielt wird global, gezahlt wird immer von anderen.