Stellt euch einen Boden vor, der niemandem gehört, weil er niemals jemandem hätte gehören dürfen. Ein Stück Erde, das einst die Grundlage des Lebens war und heute zur Grundlage eines Missbrauchssystems verkommen ist. Wer ihn besitzt, beherrscht jene, die darauf stehen. Und wer darauf steht, begreift sehr schnell, dass Eigentum in diesem Missbrauchssystem nicht bedeutet, etwas zu besitzen, sondern von etwas besessen zu werden. Der Mensch darf atmen, aber er darf nicht frei bauen. Er darf träumen, aber nicht besitzen. Er darf leben, und auch nur solange er zahlt. Und sobald er nicht mehr zahlt, verliert er nicht nur den Boden unter seinen Füßen, sondern auch die Illusion von Sicherheit, die man ihm über Jahrzehnte in den Kopf indoktriniert hat.
Denn der größte Betrug beginnt genau dort: Der Mensch besitzt absolut nichts. Es gibt auch keine Garantie, dass das Haus, das er gebaut hat nachdem er sich über beide Ohren verschuldet hat, jemals bis zu seinem Lebensende „sein“ bleibt. Es gibt nicht einmal die Garantie, dass es nach seinem Tod seinen Kindern gehört. Der Staatsparasit frisst sich in jeden Lebensbereich hinein, und sobald ein Mensch stirbt, stürzt er sich wie ein Aasfresser auf dessen Erbe. Er versteuert den Tod, kassiert den Abschied, profitiert von der Trauer. Ein Staatsparasit, der selbst in den Momenten des größten menschlichen Leids noch seine Steuerscheren ansetzt.
Die Wohnungen, um die es hier geht, wurden längst abbezahlt. Ihre tatsächlichen Kosten existieren nur noch in vergilbten Aktenordnern, irgendwo zwischen Archivstaub und Steuertricksereien. Jede Miete danach ist geraubte Lebenszeit, herausgepresst aus den geschundenen Körpern eines Systems, das Menschen zu Ertragsquelle und Verfügungsmasse degradiert. Dennoch steigen die Mietpreise Jahr für Jahr, als würde sich die Bausubstanz über Nacht vermehren oder als hätte jeder Ziegel plötzlich einen eigenen Inflationsanspruch.
Während die Immobilienhaie ihre Dividenden feiern, stehen Millionen Menschen jeden Monat vor derselben Frage: Wie soll man überleben, wenn der größte Teil des Lohns bereits von denselben Parasiten aufgefressen wurde, bevor der Monat überhaupt begonnen hat? Wie soll ein Mensch leben, wenn er nach der Miete nur noch mit Restbeständen dasteht – mit Summen, die kaum für chemisch kontaminierte Billignudeln aus dem Asia-Sonderangebot reichen, geschweige denn für ein Leben, das diesen Namen verdient?
Stellt euch einen Menschen vor, der 1500 Euro (netto) verdient – wenn es gut läuft, denn immer mehr Arbeitsplätze verschwinden und werden von künstlicher Intelligenz ersetzt, während immer mehr Opfer in die totale Abhängigkeit eines Staatsparasiten rutschen, der sie nur unten sehen will, weil gebrochene Menschen leichter zu steuern, leichter zu missbrauchen und leichter zu kontrollieren sind.
Es ist eine Summe, die in einer zivilisierten Gesellschaft ausreichen müsste, um gut zu leben – nicht bloß zu überleben. Doch wenn die Miete bei 1000 Euro liegt, bleiben ihm 500 Euro für den gesamten Rest seiner Existenz. An dieser Stelle müsste jedem klar sein, wo einer der größten Raubzüge des Systems stattfindet, um die Opfer in der Abhängigkeit zu halten.
Fünfhundert Euro für Nahrung, Strom, Heizung, Kleidung, Transport, Gesundheit, Kinder, Reparaturen, Notfälle und den täglichen Kampf mit der Realität. Fünfhundert Euro, nachdem er rund 208 Stunden im Monat gearbeitet hat – von Montag bis Samstag, inklusive An- und Rückfahrt und all der Kosten, die damit einhergehen. Und selbst diese 208 Stunden dienen nicht ihm; sie dienen jenen, die längst ausgesorgt haben, die keine Kredite tilgen, keine Risiken tragen und keinerlei realen Wert schaffen, außer dem, den sie durch das systematische Abschöpfen fremder Lebensenergie extrahieren.
Und wenn sie nach ihren 208 Stunden Malochen endlich „Feierabend“ haben, beginnt für viele in Wahrheit erst die zweite Schicht: Sie sammeln Pfandflaschen aus Müllcontainern, damit es für Essen oder Strom reicht – oder zu Weihnachten für die Geschenke, um sich wenigstens einen kleinen Moment der Freude erkaufen zu können. Ein Moment in einem Leben, das längst keiner Freude mehr dient, sondern nur noch der Aufrechterhaltung eines Systems, das sie ausblutet und missbraucht.
Doch anstatt dass dieses Elend von der Gesellschaft überhaupt wahrgenommen wird – dass immer mehr Menschen für eine Betonbox, die weder größer wird noch mehr Service bietet und deren Baukosten längst abbezahlt sind, immer höhere Summen zahlen müssen – wird die offensichtliche Ungerechtigkeit ignoriert. Während sich Immobilienhaie und Wohnungskonzerne bereichern, werden die Opfer dieses Missbrauchssystems noch zusätzlich verhöhnt.
Wenn die Miete nicht mehr bezahlt werden kann, weil sie sich inzwischen zwischen Essen oder Strom entscheiden mussten, um im Winter nicht zu erfrieren, dann kommen die Helfershelfer dieser Staatsperversion mit derselben verrotteten Argumentation: „Dann arbeiten Sie halt mehr, damit Sie sich die Miete leisten können.“ Als wäre ein Menschenleben ein kaputtes Produktionsband, das man beliebig hochdrehen kann. Oder: „Dann ziehen Sie eben um, wenn die Wohnung zu teuer ist.“ Als wäre nicht das Mietsystem das Problem, sondern die Unverschämtheit, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu brauchen.
Während die Hardcore-Kapitalisten sich mit steigenden Mieten mästen, werden ganze Bevölkerungsgruppen aus ihren Vierteln gedrängt, bis in den Randzonen Slums entstehen, in denen Armut wie Schimmel wächst – unerwünscht, ignoriert, aber systemisch einkalkuliert, damit sich die Reichen die guten Gegenden sichern, und später eine Mauer drumherum bauen können.
Tausend Euro Miete sind keine Entlohnung, sondern ein Raubzug. Sie sind kein Beitrag zur Instandhaltung und keine gerechte Gegenleistung für irgendetwas, das realen Wert hätte. Sie sind Schutzgeld – ein monatlicher Tribut an Menschen, die längst mehr besitzen, als ein einzelnes Leben jemals verbrauchen könnte. Ein legalisierter Raubzug, abgesegnet von einer Politik, die nicht das Volk vertritt, sondern die Eigentümer, deren Taschen sie stopft.
Wenn also ein Mensch 1500 Euro (netto) verdient und davon 1000 Euro sofort an den Immobilienhai und zusätzlich an den Staat in Form von Steuern und Abgaben abführen muss, dann arbeitet er nicht für sich. Er arbeitet für seine Parasiten und befindet sich in einen ständigen Missbrauch. Sein Lohn ist nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach oben, bevor er wieder nach unten tritt, zurück in die Kassen derer, die nie genug bekommen.
Die Wohnung wird in diesem System zum unsichtbaren Messer am Hals. Zum Instrument kontrollierter Erpressung. Zum Werkzeug permanenter Verarmung, das tief ins Leben des Menschen schneidet, ohne dass ein Tropfen Blut fließen muss. Ein perfektes Gewaltmittel, weil es den Menschen nicht nur Geld kostet, sondern seine Freiheit, seine Würde und seine Zukunft.
Und der eigentliche Hohn besteht darin, dass selbst jene, die sich ein Haus mühsam erarbeitet haben, in keinerlei Freiheit leben. Sie dürfen nicht einmal bauen, wie sie wollen. Die Regierung und ihre parasitären Strukturen entscheiden, wie ein Wohnraum auszusehen hat. Sie entscheidet, welche Normen gelten, welche Dämmstoffe oder Heizung erlaubt sind, wie hoch, wie breit, wie tief ein Leben sein darf.
Selbst die Architektur selbst ist zur Manifestation staatlicher Perversion und Kontrolle geworden. Die Gebäude der Nachkriegsära sind keine Wohnhäuser – sie sind Schächte des Gehorsams. Grau, kalt, blockartig. Wohnboxen, die aussehen wie vorbereitete Wohnhaftzellen. Es fehlt nur noch das Gitter vor dem Fenster, und selbst das ist in manchen Vierteln längst Realität.
Der Mensch baut auf eigenem Boden – und wird trotzdem behandelt, als hätte er eine staatliche Leihgabe benutzt. Wer in seiner eigenen Garage eine Werkbank aufstellt, wird bestraft, weil er gegen Regeln verstößt, die ohne seine Beteiligung geschaffen wurden. Wer ohne Erlaubnis und Gebühr einen einfachen Unterstand baut, wird bestraft. Wer eine Solaranlage montiert, ohne vorher Anmeldung, Genehmigung und Zahlungen über sich ergehen zu lassen, wird bestraft. Wer eine Gartenhütte errichtet, ohne die staatliche Erlaubnis zu kaufen, wird ebenfalls bestraft.
Dieses Missbrauchssystem duldet den Menschen nur, solange er gehorcht und zahlt. Selbst in den eigenen vier Wänden lebt er nicht als Eigentümer, sondern als geduldeter Gast – jederzeit ersetzbar, jederzeit räumbar und jederzeit angreifbar. Und wenn er sich den Perversionen dieser kriminellen Staatsorganisation nicht beugt, werden Türen eingetreten, Schlösser zerstört und Wohnungen gestürmt, als wäre der Mensch nicht Bewohner seines Zuhauses, sondern Insasse einer Zone, eines Verwaltungsbezirks, eines modernen Gulags.
Wer glaubt, er sei Eigentümer, hat bereits verloren, weil Eigentum in diesem Missbrauchssystem nichts anderes ist als ein widerrufbarer Gnadenakt. Was als Grundstück gilt, ist nur ein temporärer Aufenthaltsschein, der jederzeit erlischt, wenn die politische Stimmung kippt, ein Konzern Interesse zeigt oder irgendeine Reform erklärt, dass dein Boden plötzlich „öffentlichen Interessen“ dient oder unter dem heiligen Banner des Umweltschutzes geopfert werden muss. Und wenn es nicht die Regierung ist, die dir das Haus nimmt, dann sind es Banken, Inkassobüros oder Gerichtsvollzieher, die dich aus deinem eigenen Leben treiben, während die Polizei – der bewaffnete Arm dieses Systems – demonstrativ dabei zuschaut.
Und wenn du dann alles verloren hast, landest du nicht in Hilfe, sondern unter den Fittichen einer staatsparasitären Verwaltung. In Notunterkünften, die aussehen wie Gefängnisse. Orte, an denen Menschen nicht aufgefangen, sondern wie defekte Geräte abgestellt werden wo sie von morgens bis abends unter ständigen Kontrolle stehen. Räume, in denen Armut nicht gelindert, sondern weggesperrt wird – damit die betäubte Gesellschaft, der es noch einigermaßen gut geht, sie nicht sehen, nicht fühlen und nicht ertragen muss.
Die Tragödie dieses Missbrauchssystems zeigt sich besonders im Alter. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, wühlen heute in Mülleimern nach Pfandflaschen, um sich ein Essen leisten zu können. Sie stehen zitternd vor Supermarktregeln, in der Hoffnung, dass abgelaufene Ware billiger ist. Und selbst diese können sie oft nicht kaufen, weil moderne digitale Rabatt-Apps den Besitz eines Smartphones voraussetzen – ein weiteres Erpressungsinstrument, das die Menschen zwingt, an digitaler Teilnahme mitzuwirken, ob sie es wollen oder nicht. Wer kein Smartphone besitzt, zahlt mehr fürs Überleben und wird für seine Armut bestraft.
Während ältere Menschen hungern oder frieren, fließen Milliarden in Krieg, Waffen, Digitalisierung und identitätspolitische Ablenkungsprogramme wie LGBTQ, die die Völker weiter spalten sollen. Denn die Superreichen dieser Welt sitzen längst nicht mehr nur in Konzernen. Sie sitzen in den Parlamenten, in den Ministerien und in den Ausschüssen. Sie sind keine Vertreter des Volkes. Sie sind Parasiten, die ein Volk ausnehmen wie ein Unternehmen, das man effizient melkt, bevor man es fallen lässt.
Ein Volksvertreter, der aus Steuern lebt, ist kein Vertreter – er ist ein Nutznießer eines parasitären Missbrauchssystems. Ein echter Vertreter würde ehrenamtlich handeln, aus Verantwortung und nicht aus Profitinteresse. Doch Verantwortung ist das Letzte, was die politische Klasse kennt.
Und weil jeder Mensch, der nicht selbst betroffen ist, blind auf das Leid anderer schaut, läuft dieses System weiter. Viele reden sich ein, sie hätten „alles richtig gemacht“, während sie auf jene herabblicken, die Pech hatten, die krank wurden, die scheiterten, die keine Lobby besitzen. Doch Schicksal trifft jeden. Und wenn dieses Missbrauchssystem nicht gestürzt wird, trifft es eines Tages jeden – uns zwar ausnahmslos.
Wenn wir ernsthaft Veränderung wollen, dann müssen jene verschwinden, die dem Menschen nachhaltig schaden. Politische Parasiten, die das Volk nicht führen, sondern melken. Konzerne, die Länder wie Unternehmen behandeln. Investoren, die mit Wohnraum spielen wie mit Aktien. Und ein Staat, der glaubt, ihm gehöre das Leben der Menschen, die ihn finanzieren.
Solange wir uns diesem kranken System unterwerfen, solange wir uns erpressen und erniedrigen lassen, solange wir schweigen, während die Ketten enger gezogen werden, wird sich nichts ändern. Dieses System metastasiert wie Krebs, und wenn es nicht gestoppt wird, frisst es am Ende alles – die Würde, die Freiheit und das Leben.
Wir befinden uns mitten in diesem Prozess.
Und er endet nur, wenn wir es beenden.