Wofür es Gefängnisse gibt? Stell dir diese Frage nicht so harmlos, wie man sie dir dein Leben lang eingetrichtert hat. Stell sie dir in ihrer nackten Grausamkeit, ohne das moralische Lametta, ohne die juristischen Feigenblätter. Gefängnisse existieren nicht, um Probleme zu lösen. Sie existieren, um Probleme wegzusperren. Sie sind das Fundament einer Gesellschaft, die ansonsten an ihrer eigenen Gewalt, Gier und Feigheit zerplatzen würde — oder, was für die Herrschenden das größere Desaster wäre, lernen könnten, sich selbst zu regeln.
Gefängnisse sind kein Bollwerk gegen das Chaos, sie sind der gut klimatisierte Keller, in den man das Chaos packt, solange es nicht ins Wohnzimmer tropft. Sie konservieren Gewalt wie eingelegtes Fleisch im Glas, damit man sie bei Bedarf wieder servieren kann. Eine Ordnung, die nur so lange stabil bleibt, wie Angst regiert und der Mythos vom gütigen Beschützer-Staat lebendig gehalten wird. Die offizielle Märchenstunde klingt simpel: Menschen begehen Verbrechen, also sperrt man sie weg, damit sie niemandem mehr schaden können. Punkt. So steht’s im Gesetzbuch, so plappern es die Nachrichten, so glauben es die Untertanen, die stolz „Bürger“ heißen.
Doch wer glaubt, damit sei das Wesentliche erfasst, der hat von diesem Spiel keinen blassen Schimmer. Gefängnisse sind keine Institutionen zur Lösung gesellschaftlicher Konflikte. Sie sind Kühlschränke für Probleme, Konfliktspeicher, die später wieder aufgetaut werden, wenn die nächste Sicherheitsdebatte ansteht. Dass Gefängnisse ein Ort der Resozialisierung sind, ist eine makabre Komödie. Die Leute klammern sich an diesen Mythos wie ein Ertrinkender an eine Bleiplatte, weil die Alternative — zu erkennen, dass ihr Staat nicht ihr Bodyguard, sondern ihr Kerkermeister ist — ihnen die Psyche zerreißen würde.
In Wahrheit sind Gefängnisse Labore für soziale Verwesung, Universitäten für Kriminalität, in denen Täter bereits aus purer Langeweile ihre Heldengeschichten austauschen, wo sie lernen, noch raffinierter zu werden, noch weniger Spuren zu hinterlassen, noch tiefer in den Dreck zu tauchen. Dort bilden sich Hierarchien, Banden und Kartelle. Es werden Kontakte geknüpft, die draußen Anschluss an die organisierte Kriminalität finden und sich durch diesen Austausch evolutionär weiterentwickeln. Jeder Knast ist ein kleines, abgeschlossenes Ökosystem, in dem Verbrechen nicht verwelkt, sondern neu befruchtet wird.
Wer hineingeht, um seine „Strafe abzusitzen“, verlässt ihn meist nicht nur unverändert, sondern aufgerüstet: mit neuen Ideen, Kontakten, Konzepten, neuen Techniken, neuen Gesetzeslücken, die er beim nächsten großen Ding gnadenlos ausnutzt. Ein Gefängnis ist keine Waschmaschine für Moral, sondern ein Brutkasten für die nächste Generation von Tätern, die den herrschenden Systemen zuarbeiten. Psychologisch betrachtet ist dieses System brillant. Es nimmt dem Einzelnen die Verantwortung, sich selbst gegen Aggression zu behaupten. Es macht ihn zum ängstlichen Kind, das winselt: „Papa Staat, Polizei, bitte rettet mich!“ — und genau diese infantile Reflexhaltung zementiert die emotionale Abhängigkeit von der Obrigkeit.
Gleichzeitig errichtet der Staat damit ein Monopol auf Gewalt, flankiert von einem psychologischen Klima, das Menschen dazu dressiert, sich ja nicht selbst zu wehren.
Weil sie wissen: Wer das tut, wer sich selbst verteidigt, bricht ein Tabu, das schlimmer sanktioniert wird als manches Verbrechen. Ein Vater, der einen Pädophilen, der gerade sein Kind vergewaltigt, kurzerhand erschlägt, würde im selben Knast landen, in dem sein Täter medizinisch betreut und angeblich „resozialisiert“ wird. Eine Gesellschaft, die so strukturiert ist, schützt nicht die Schwächsten, sondern nur die Geschäftsordnung der Gewaltverteilung: Das Gewaltprivileg gehört einzig und allein den Herrschenden. Wer sich dieses Recht anmaßt, wird selbst zum Verbrecher gestempelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Notwehr war, denn auch das müsste erst bewiesen werden — und nicht selten wird das Opfer dabei selbst zum Täter gemacht.
Philosophisch entlarvt das unsere ganze Moral als hohle Maskerade. Wir feiern Gefängnisse, weil sie uns suggerieren, das Böse sei weggeschlossen — weit hinter Mauern, außerhalb unseres braven Bürgertums. So müssen wir uns nie mit unserer eigenen Dunkelheit beschäftigen. Der Mörder, der Dieb, der Vergewaltiger, der Kinderschänder — das sind unsere Sündenböcke: ausgelagert und gut sichtbar hinter Stacheldraht, damit wir uns selbst weiterhin als zivilisierte Gutmenschen betrachten können, und bequem jede Verantwortung an andere auslagern.
Doch dieser psychische Trick ist brandgefährlich. Denn das Problem verschwindet nicht, es wird nur zwischengespeichert, konserviert im „Konfliktspeicher Gefängnis“, um bei Gelegenheit wieder über uns hereinzubrechen. Der Staat kann jederzeit das Ventil öffnen, kann Schwerverbrecher auf Halb- oder Dreiviertelstrafe entlassen, weil es gerade in die Agenda oder ins Narrativ passt. Oder weil man medial mal wieder ein bisschen Panik gebrauchen könnte, um das nächste Überwachungspaket durchs Parlament zu peitschen.
Gesichtserkennung, flächendeckende Videoüberwachung, Standorttracking, digitale Identitäten, Vorratsdatenspeicherung, Bewegungsprofile, „Predictive Policing“ — all das wäre ohne die Angst, niemals so einfach möglich. Soziologisch ist das der zynische Kern jeder Herrschaft: Macht lebt von Gewalt. Aber zu viel sichtbare Gewalt delegitimiert das System. Also lagert man sie aus. Man verschiebt die schlimmsten Elemente hinter Gitter, lässt sie dort gären aber auch andere unterrichten, bis man sie wieder braucht. Der brave Steuerzahler darf weiter selig glauben, in einer zivilisierten Ordnung zu leben — einfach, weil er die Gewalt ausgelagert hat.
Dass diese vermeintliche Ordnung nur funktioniert, weil jederzeit ein Reservoir an Kriminellen abrufbereit ist, dämmert ihm meist erst, wenn wieder ein Mord die Schlagzeilen füllt oder ein Irrer mit seinem Auto in eine Menschenmenge rast und der Innenminister mit bebender Stimme neue ‚Sicherheitsmaßnahmen‘ fordert. So kann man, dann nicht nur ‚ein paar Millionen neue Kameras‘ mit Gesichtserkennung installieren, sondern auch gleich ganze Städte in 15 Minuten Zonen aufteilen, die man irgendwann, wie in Gaza durchquert — vielleicht sogar flankiert von Selbstschussanlagen, gesteuert von Palantir-Systemen, mit denen deutsche Behörden längst experimentieren und dabei fleißig Daten in die USA pumpen. Gefängnisse sind psychopolitische Werkzeuge. Sie dienen nicht nur der physischen Verwahrung, sondern vor allem der mentalen Dressur.
Der Knast ist für den angepassten Bürger ein grausamer Ort, der schon beim bloßen Gedanken daran, Schuld und Furcht tief ins Unterbewusstsein hämmert. Für den Kriminellen hingegen ist er kaum mehr als Vollpension mit Zimmerservice: ein Schlafklo mit Gesundheitsversorgung, beheizt, mit eigenem kleinem Zimmer, regelmäßigem Essen, Ausbildungsmöglichkeiten und anderen tollen Annehmlichkeiten.
Kein Wunder, dass Obdachlose gerade in den Wintermonaten kriminell werden und sich freiwillig einsperren lassen, um nicht auf der Straße zu erfrieren. Dort wird den Tätern oft mehr geboten als einem Rentner, der sein ganzes Leben in die Rentenkassen eingezahlt hat und nun nicht selten vor der Wahl steht, ob er lieber den Strom bezahlt oder sich etwas zu essen kauft — oder doch gleich den Griff in den Supermarkt-Müll riskiert, um sich eine abgelaufene Billigwurst zu angeln und etwas teilverschimmeltes Obst und Gemüse. Doch Gefängnisse sind weit mehr als das. Sie liefern dem System zugleich die perfekte Bühne, um Kritiker und Nonkonformisten aus dem Verkehr zu ziehen — jene, die für die Herrschenden ein großes Problem darstellen. Wer die Machenschaften entlarvt, wer laut wird, wer klüger ist als die Masse und gefährlicher noch — klüger als die Herrschenden — den sperrt man kurzerhand hinter dieselben Mauern, die offiziell für Mörder und Diebe errichtet wurden.
Die Geschichte ist randvoll mit Philosophen, Dissidenten und Aufklärern, die im Kerker verreckt sind, weil sie zu unbequem wurden, weil sie Königen, Pharaonen, Monarchen und Politikern widersprachen — oder schlimmer noch: sie bloßstellten und dumm aussehen ließen. Damit dieses Missbrauchssystem in dem wir leben, überhaupt funktionieren kann, braucht es natürlich genügend Uniformierte Söldner, die psychisch so heruntergezüchtet und so entkernt von Menschlichkeit sind, dass sie bereitwillig jeden ins Zwischenlager ‚Gefängnis‘ karren, den man ihnen als Zielperson vorsetzt.
So läuft Herrschaft: durch Angst, durch Autorität und durch eine dressierte Exekutive, die gar nicht mehr fragt, was sie da eigentlich tut. Was die Alternative wäre? Eine Gesellschaft ohne Gefängnisse müsste ihre Konflikte selbst lösen. Ein Dieb müsste damit rechnen, dass ihm der Eigentümer eigenhändig die Hand bricht. Ein Kinderschänder müsste damit rechnen, dass der Vater des Opfers ihn kurzerhand erschlägt, wenn er ihn auf frischer Tat erwischt. Klingt barbarisch? In Wahrheit ist es nur die direkte Rechnung für direkte Gewalt — ohne staatliches Polster, ohne bequeme Auslagerung ins Institutionelle.
So eine Gesellschaft hätte eine völlig andere Psychologie. Menschen würden sich hundertmal überlegen, ob sie jemandem etwas antun. Weil sie wüssten: Es gibt kein Netz. Keine drei Mahlzeiten am Tag incl. 1 Stunde Hofgang, keine Sozialarbeiter und Ärzte, keine warmen Zellen, die das System für sie bereitstellt, um sich von der Tat zu erholen. Gewalt hätte keine bequeme Auslagerung mehr, sondern wäre direkt mit dem Risiko der eigenen Vernichtung also Schmerz verbunden. Das diszipliniert weit mehr als jede Androhung von Haft und schafft definitiv mehr Respekt. Und genau das fürchten die Herrschenden wie der Teufel das Weihwasser: eine Gemeinschaft, die sich selbst organisiert, ihre Konflikte direkt austrägt und Verantwortung nicht nach oben abschiebt.
Eine solche Gesellschaft braucht keine Regierung — und ist dadurch ungleich stärker und resistenter gegen jede Bedrohung. Sie braucht keinen Leviathan, keinen Übervater, der alles für sie regelt. Sie ist erwachsen, stark und wehrhaft. Doch genau das ist das Todesurteil für jede Form von Herrschaft, die von der Angst lebt — von den totindoktrinierten Opfern, die sich dank ihrer Ängste wunderbar lenken, melken und besteuern lassen, angeblich zu ihrem Schutz.
Gefängnisse existieren also nicht, um Verbrechen zu verhindern, sondern um Kriminelle zu verwalten, zu recyceln, zu instrumentalisieren — und um die Bürger sinngemäß die Opfer, dauerhaft in einem Zustand kindlicher Abhängigkeit und Angst zu halten. Damit sie bloß nicht lernen, sich selbst zu verteidigen, und nie begreifen, was Freiheit wirklich bedeutet: nämlich für sich selbst einzustehen, für die eigene Familie, für die eigenen Werte — ganz ohne Regierung oder Staat als Sicherheitsgurt.
Solange es Gefängnisse gibt, wird auch diese bequeme Verlagerung von Verantwortung weiterbestehen. Es ist viel bequemer, Angst und Schuld hinter Gefängnismauern zu parken, statt sich selbst damit auseinanderzusetzen, statt sich zu fragen, was passiert, wenn Papa Staat eines Tages nicht mehr da ist. Vielleicht erklärt genau das, warum so viele dieses System bis zur Besinnungslosigkeit verteidigen: Es erlaubt ihnen, schwach zu sein. Gleichzeitig behalten die herrschenden Politiker damit ihr perfides Druckmittel — sie können jederzeit drohen, alle Löwen aus ihren Käfigen zu lassen, ganz wie bei Mafia, die den Laden kurz und klein schlägt, wenn das Schutzgeld nicht bezahlt wird.
Nur nennt man dieses Schutzgeld hier eben Steuern. Wer glaubt, Gefängnisse seien das Zeichen einer zivilisierten Gesellschaft, hat rein gar nichts begriffen. Sie sind das Monster, das unsere Ängste frisst — und sie uns dann wieder vorsetzt, wann immer es politisch gebraucht wird. Sie bilden die prächtigen Fundamente jener Machtpaläste, aus deren Fenstern die Herrscher höhnisch heruntergrinsen. Stellt euch nur einmal vor, es gäbe keine Bedrohung: Wie sollte eine Regierung dann jemals ihre Ausgaben für Kriege, Überwachung und Gewaltmonopole rechtfertigen, damit ihr Missbrauchssystem überhaupt weiterexistieren kann? Ohne Angst gäbe es keinerlei Bereitschaft, dieser ideologisch aufgepumpten Räuberbande namens „Regierung“ auch nur einen Cent zu zahlen. Wer genauer hinsieht, erkennt darin keine Ordnung und schon gar keine Gerechtigkeit, sondern eine hochintelligente Maschine, die Gewalt dosiert, portioniert und verkauft — nur damit du bloß nicht auf die Idee kommst, selbst für deine Freiheit einzustehen, deine Probleme zu lösen und die Verantwortung für dein Leben selbst zu übernehmen.
Das Gefängnis ist ihr heiligster Altar, ihre Spardose. Zerstörst du Sie, bricht ihr ganzer Tempel in sich zusammen. Am einfachsten lässt sich das mit einer meiner Analogien vergleichen: Es ist wie bei einer Heuschreckenplage, die man künstlich konserviert, um sie jederzeit dort auszusetzen, wo sie Zerstörung anrichten soll. Nur sind es in unserem Fall keine Insekten, sondern Kriminelle, die in ihrem Ausbildungscamp namens Gefängnis genüsslich ihre Fortbildung absolvieren, um anschließend noch effizienter zu rauben, zu morden, zu stehlen, zu überfallen und zu unterdrücken. Es gibt diesen bekannten Satz: ‚Das Umfeld prägt einen.‘ Und genau dort werden sie in allen Perspektiven geprägt — und kommen als perfekte Profis wieder heraus, wenn sie gebraucht werden. Wenn wir also von Gefängnissen sprechen, sollten wir auch in aller Klarheit darüber reden, was sie tatsächlich sind und was sie definitiv nicht sind: Sie sind keine Problemlöser, sondern Werkzeuge der herrscheden Kaste.
Am Ende läuft alles auf eine einzige Frage hinaus: Willst du weiter ein dressiertes Kind bleiben, das Verantwortung an Gefängnismauern, Paragrafen und bewaffnete Aufpasser abgibt — oder endlich erwachsen werden und selbst für dein Leben einstehen? Ohne deine Angst zerfällt ihr System. Ohne deine Unterwürfigkeit haben sie nichts mehr, womit sie dich erpressen, melken und steuern können. Also hör auf zu hoffen, dass dich jemand rettet. Werde selbst dein Beschützer, oder wie es treffend Dan Stein gesagt hat „Du bist dein bester Schutz“ du bist dein Bodyguard, dein Richter, dein Garant für Freiheit und Sicherheit. Nur dann, bricht Ihre Herrschaft zusammen. Und auch nur dann, verschwinden die Probleme, die die Herrschaft mit sich gebracht hat.
Es liegt also in deiner Hand, diese Herrschaft abzulehnen, um ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen, damit du, und deine Kinder eine Zukunft haben.