02. December 2025
Linke gegen Rechte? Nein: Opfer gegen Opfer.

Linke gegen Rechte? Nein: Opfer gegen Opfer.

02.12.2025 6 min 13

Die herrschende Kaste hat ein uraltes Werkzeug, das so simpel und so perfide ist, dass man fast lachen müsste, wenn die Folgen nicht so zerstörerisch wären. Dieses Werkzeug heißt Spaltung. Und diese Spaltung ist nicht etwa ein Nebeneffekt politischer Vielfalt oder kultureller Unterschiede. Spaltung ist die Grundlage des Machtapparats selbst. Sie ist der Motor, der die Maschine der Herrschaft am Laufen hält. Ohne Spaltung gäbe es keine Herrschaft, so wie ein Feuer ohne Sauerstoff nur noch ein müder Funke wäre.


Man spaltet die Menschen in Lager, die sich bis aufs Blut bekämpfen: links gegen rechts, Religion A gegen Religion B, Partei A gegen Partei B, Verein gegen Verein, Gender gegen Gender, Land gegen Land. Man erfindet ständig neue Kategorien, Schubladen und Identitäten, damit jeder ein Banner in die Hand bekommt, unter dem er seinen „Feind“ bekämpfen kann, während die eigentlichen Drahtzieher ungestört im Hintergrund ihre Kontrolle ausbauen. Es ist wie ein Zaubertrick, dessen Geheimnis jeder kennt, aber keiner begreifen will: Solange die Sklaven sich gegenseitig bekämpfen, hat der Herrscher nichts zu befürchten.


Die herrschende Kaste kultiviert diese Spaltung wie ein Chemiker seine tödlichsten Gifte kultiviert. Sie nährt sie, düngt sie, gießt sie, damit sie zu monströsen Ideologiepflanzen heranwachsen, deren Wurzeln jede Form natürlicher Verbindung zwischen Menschen zersetzen. Man erzählt den Menschen, sie seien grundverschieden – politisch, kulturell, sexuell, spirituell – und dass diese Unterschiede so gigantisch seien, dass sie niemals nebeneinander existieren könnten. Und während die Lager sich anschreien, beschimpfen, entmenschlichen, genießt die Elite den Luxus, unbehelligt über beide zu herrschen.


Was früher schlicht menschliche Vielfalt war, wird heute zu einer ideologischen Waffe umgebaut. Man spaltet sogar die Geschlechter weiter auf, bis Menschen sich nicht mehr als Menschen begegnen, sondern als wandelnde Etiketten. LGBTQ, hetero, cis, trans, queer, demi-männlich, poly-fluid – jede Kategorie wird zur potenziellen Frontlinie. Und je mehr Frontlinien existieren, desto weniger Menschen erkennen, dass sie auf dem gleichen Schlachtfeld stehen, während die Generäle am Rand sitzen und sich totlachen.


Es ist eine alte Technik der Manipulation: Wenn du verhindern willst, dass sich die Sklaven vereinigen, gib ihnen etwas, das sie hassen können – vor allem sich selbst.


Die Menschen verharren in Konflikten, die ihnen nie gehört haben. Sie verteidigen Standpunkte, die sie nie selbst entwickelt haben. Sie kämpfen Kriege, die sie nie selbst begonnen haben. Und sie nennen das dann „Identität“. Eine Identität, die ihnen implantiert wurde wie ein Trojaner, der im Hintergrund die Kontrolle übernimmt.


Die Herrschenden müssen dafür nicht einmal besonders kreativ sein. Sie legen die Brände selbst und verkaufen sich anschließend als Feuerwehr. Die Bevölkerung übergibt ihnen bereitwillig die Macht, jede Krise zu „lösen“, die sie selbst gezündet haben. Und mit jeder Wahl, jedem Steuergeld, jedem Vertrauensvorschuss geben die Menschen ein weiteres Stück ihrer Fähigkeit ab, Probleme eigenständig zu lösen.


Generation für Generation wird diese Abhängigkeit weitervererbt – wie ein verfluchtes Familienerbstück. Die Menschen lernen nicht mehr, wie man Konflikte löst. Sie lernen nur noch, wie man sie delegiert. Und jede delegierte Verantwortung ist eine verlorene Kompetenz.


Es entsteht eine Bevölkerung, die so tief gespalten ist, dass sie nicht einmal mehr merkt, dass sie alle denselben Käfig teilen. Sie diskutieren leidenschaftlich darüber, wie die Gitterstäbe angemalt werden sollen, während der Wärter hinter ihnen schon den nächsten Verschlussmechanismus montiert.


Man könnte es einem Kind erklären:


Stell dir einen Spielplatz vor.


Die Kinder könnten zusammen spielen, schaukeln, rennen, bauen. Stattdessen kommt ein Erwachsener und sagt:


„Du spielst nur noch auf der linken Seite. Du auf der rechten. Und ihr da hinten streitet euch jetzt über eure Farben.“


Die Kinder gehorchen. Sie vergessen, dass sie den ganzen Spielplatz gemeinsam besitzen. Sie vergessen, dass der Erwachsene selbst gar nicht spielt – er verwaltet nur ihren Streit.


Die Rückkehr zum Nullpunkt bedeutet, diesen Wahnsinn zu durchbrechen. Den Punkt zu finden, an dem Menschlichkeit beginnt und Ideologie endet. Den Punkt, an dem Menschen einander als Menschen begegnen – nicht als Feinde, nicht als Anhänger irgendeiner degenerierten politischen Religion oder Ideologie und nicht als lebende Etiketten.


Der Nullpunkt bedeutet, das manipulierte Geröll der Generationen abzuschütteln und zu erkennen, dass alle Konflikte, die man uns verkauft, nichts weiter sind als das Geschäft einer Elite, die ohne diese Konflikte keine Existenzberechtigung hätte. Sobald die Menschen begreifen, dass sie gegeneinander kämpfen, während sie eigentlich gemeinsam gegen ihre Unterdrückung kämpfen müssten, wird die Herrschaft brüchig.


Sobald Menschen sich als Einheit begreifen und nicht länger als Träger der Ideologien, die ihre Spaltung am Leben erhalten, beginnt die Machtbasis der Herrschenden zu bröckeln. Genau deshalb investieren diese Strukturen unermessliche Energie in die Aufrechterhaltung von künstlichen Frontlinien und emotional aufgeladenen Feindbildern.


Das System weiß, dass die Menschen am Nullpunkt – dort, wo sie sich ohne Masken, Banner und Ideologiegrenzen begegnen – erkennen würden, dass der Feind niemals der Mensch neben ihnen war, sondern stets der darüber, der sich das Recht nimmt, über Leben, Zukunft und gesellschaftliche Richtung zu bestimmen.


Die Menschheit steht daher vor einer binären Entscheidung, ob sie es zugibt oder nicht. Entweder verharrt sie weiterhin in den alten ideologischen Schützengräben, bis die nächsten Generationen ebenfalls in diesem geistigen Stellungskrieg zugrunde gehen, oder sie entscheidet sich für eine grundlegende innere Reinigung von all jenen Konzepten, die nur dazu geschaffen wurden, Konflikte zu provozieren und die Bevölkerung gegeneinander auszuspielen.


Erst wenn die Menschen sich ohne ideologische Etiketten begegnen, lösen sich jene Projektionen auf, die aus Nachbarn Feinde, aus Mitmenschen Bedrohungen und aus natürlichen Unterschieden politische Waffen machen.


Solange die Menschheit an Ideologien festhält, wird sie zwangsläufig immer wieder im gleichen Elend landen. Am Ende jeder dieser Zyklen stehen Krieg, Missbrauch, Unterdrückung und Leid, weil das System von genau diesen Zuständen lebt und sie mit jeder Generation neu reproduziert.


Die Menschheit wird erst dann frei, wenn sie sich weigert, weiterhin Schachfiguren auf einem Brett zu sein, das nicht ihr gehört. Freiheit beginnt in dem Moment, in dem Menschen erkennen, dass kein Herrscher, keine Partei, keine Religion, keine Ideologie und keine angeblich heilige Identität jemals ihr Schicksal lenken darf. Sie beginnt dort, wo Menschen den Mut finden, sich jenseits aller Spaltung in die Augen zu sehen – nicht als Soldaten einer Idee, sondern als Wesen, die keine Herren brauchen.


Und wenn dieser Moment kommt, wird jede Macht, die auf Spaltung gebaut ist, fallen wie ein Kartenhaus, das den Atem der Wahrheit nicht mehr erträgt.

0 Kommentare
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SilentHunter493 · 11.07.2026

Danke fürs Hochladen. Hab ich ja schon auf YouTube gesehen. Wird überall geteilt wo es geht. 👍

Der Demokrator - Teil 1
Dawid Snowden · 29.06.2026

:D

Der demokratische Machtmissbrauch
SupiDoofi ✌️😋👻🦔🦆🦔🐀 · 28.06.2026

HuHu ✌️😃👻🦔🐀🦔🦆 wir Sechs machen gerade absolut undemokratisch Frühstück. 🥖🍯☝️😋🍔🦔🍦🐀👻🧀🦔🥚🦆

Der demokratische Machtmissbrauch
anon-7ce24872 · 19.06.2026

ich hab was vergessen, das ich auch noch wichtig finde und zwar zu Dawids Überlegung, ob das Regulieren der Ängste, eine der wichtigsten Lebensaufgaben ist. ich denke ja. nicht nur Angst, sondern alle Gefühlslagen, die wir Menschen empfinden. mit denen hier über viele Generationen dieses schmutzige Spiel gespielt wird. das meine ich mit dem Streben des menschlichen Systems, nach Ausgewogenheit, die derzeit meist nur Schein ist. wenn wir es erreichen alles, was über- oder unterreguliert ist, in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen, werden wir in der Lage sein, sozusagen angemessen zu handeln und zu reagieren. in den Essays kann man sich ein umfangreiches Bild von vielen verschiedenen Bereichen machen, in denen unsere Gefühlswelten und Wahrnehmungen manipuliert wurden. Wut, Glücklichsein, streben nach Eigentum und Schaffen, Liebe usw. alle diese Dinge sind im Ungleichgewicht, sie in ein, für sich selbst, förderliches Gleichgewicht zu bringen wäre sinnvoll. keine Überdrehtheiten, keine Minderwertigkeitskomplexe, kein Neid usw

Sechs Merkmale von Menschen, die sich ni…
anon-7ce24872 · 19.06.2026

dann noch kurz zum Profi. der Profi hat's voll raus mit der Mustererkennung. der Profi sollte auch immer im Hinterkopf haben, dass die Souveränität, mit der er, zu Recht, in ein Muster einordnet, dazu führen kann, Unterschiede zu übersehen. Unterschiede, die hinter Vertrautem verborgen sind.

Sechs Merkmale von Menschen, die sich ni…
anon-7ce24872 · 19.06.2026

ich stimme zu, dass eine gut ausgeprägte Fähigkeit Muster zu erkennen, viele Bereiche des Menschseins stärkt und bereichert. im Text wird auch Bezug auf die Verbindung zu greifbaren Dingen genommen, um den klaren Verstand zu bewahren. die Hand lehrt auch dem Hirn - ja auf jeden Fall. hier die Verbindung zu meinen Fragen. ich will hier natürlicherweise dringend die gute alte Intuition ins Spiel bringen, die in meinem Selbst an sich schon rin Muster ist. das Muster habe ich früh angelegt, zwischendurch habe ich ihm nanchmal nicht vertraut - äußerst ungünstige Auswirkungen. also was sagt uns in einer unbekannten Situation, das etwas im Busch ist - die Intuition (postiv oder negativ), ich kann also das Muster ablegen "immer wenn ich dieses Gefühl habe, tue ich besser was, um etwas zu verhindern oder eher herbeizuführen", wenn die Erfahrung umbekannt ist, tut der Verstand gut daran kreativ (das finde ich total intelligent 😀) zu reagieren. das rein kognitive Muster kann dann angelegt werden, wenn die kreative Handlung geschehen. so kann man doch meinen, dass die Intuition auch so etwas wie die Hand für's Hirn ist. darin sind wir jeder noch so ausgetüftelten KI überlegen, behaupte ich jetzt mal. Vielleicht werden die Aspekte in uns uns einmal den Arsch retten. die Intuition ist nicht greifbar (das ist Denken auch nicht), sie ist erfahrbar und begreibar, so wie Gedanken und andere nicht messbare Dinge. es wäre fatal, würden wir uns auf Empathielose reduzieren. für mich ist Intuition ein Aspekt der Empathie.

Sechs Merkmale von Menschen, die sich ni…
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